Meldung

Stellungnahme des VCA zur Anlage 10 des Vertrags über die Preisbildung für Leistungen nach §31 Absatz 6 SGB V

Am 01.04.2020 wurden die neuen Vergütungsregeln für Apotheken bei der Versorgung mit medizinischem Cannabis veröffentlicht. Das Ziel der Verhandlungen war es, zukünftig die Kosten der gesetzlichen Krankenkassen bei medizinischem Cannabis um 25 Millionen Euro zu reduzieren.

Grundsätzlich begrüßt der VCA, dass es zu einer Einigung zwischen GKV Spitzenverband und DAV gekommen ist. Die neue Preisgestaltung ist nachvollziehbar, führt zu einem Einsparvolumen und wird dabei helfen, dass noch mehr Patienten mit Cannabis therapiert werden können. Für die Solidargemeinschaft der gesetzlich Versicherten ist das Ziel der Kostenreduktion erreicht worden.

Im Detail gibt es einige Punkte, die besser hätten umgesetzt werden können und die nun im Nachgang einige Probleme aufwerfen.

Die rückwirkende Gültigkeit der neuen Regelung zum 01.03.2020 trifft die Cannabis abgebenden Apotheken zu einem Zeitpunkt, an dem aufgrund der Corona-Pandemie sämtliche Apothekenressourcen auf die Bewältigung der Pandemie sowie die kontinuierliche Versorgung der Patienten unter erschwerten Bedingungen ausgerichtet sind. Auch Cannabis-Patienten müssen trotz Corona-Pandemie ohne Unterbrechung Zugang zu ihrer Therapie haben.

Die finanziellen Einbußen, die durch das neue Abrechnungsmodell entstehen und die alleine durch die Apotheken getragen werden, müssen zusätzlich zu den Corona bedingten Problemen geschultert werden. Die Cannabis abgebenden/versorgenden Apotheken konnten sich in keinster Weise aktiv auf die neue Abrechnungsregelung vorbereiten.

Wir erwarten hier eine Retaxierungswelle, die einen zusätzlichen erheblichen Mehraufwand bei den Apotheken verursachen wird.

Die Cannabis versorgenden Apotheken sollten vorsorglich Rückstellungen bilden und Absprachen mit Ihren Rechenzentren treffen. Aufgrund der neuen, degressiven Vergütung können aber auch für Verordnungen kleinerer Mengen rückwirkend kleine Guthaben resultieren. Wer führt die Retaxationen zugunsten der Apotheken durch?

Wir fordern eine Friedenspflicht für Retaxationen bis zum 01.07.2020. Dies gibt auch den Softwarehäusern die Zeit, die neuen Abrechnungsregelungen in die Software zu implementieren.

In den Allgemeinen Bestimmungen für die Preisbildung (Teil 1 der Anlage 10) ist im Punkt 1.8 der bisherige Apothekenabschlag nach §130 Abs. 1 SGB V weiterhin enthalten. Dies bemängelt der VCA vor allem für die Abgabe von unverarbeiteten Blüten und unverarbeiteten Cannabis Extrakten. Die neue Vergütung richtet sich nach degressiven Fixzuschlägen, der Apothekenabschlag in Höhe von 5 Prozent bleibt hier aber prozentual stehen und bezieht sich auf den Brutto-Abgabepreis. Der Ertrag wird dadurch mit steigenden Grammzahlen faktisch nochmals geringer. Wir fordern daher, den Abschlag abzuschaffen oder abzuändern und bei zukünftigen Verhandlungen die Maßnahmen zur Einsparung aufeinander abzustimmen sowie die Komplexität der Taxation zu reduzieren und nicht weiter zu erhöhen.

Fazit: Das neue Abrechnungsmodell hat eine Einsparung für die GKV zum Ziel. Dieses Ziel wurde erreicht.

Um die Cannabisversorgung auch in Zukunft auf einem qualitativ hohen Niveau betreiben zu können, ist es nun wichtig, einen Prozess der Entbürokratisierung einzuleiten, um unsere Kompetenzen an der Stelle zu bündeln, wo wir gebraucht werden – beim Patienten.

Konkret: Wir benötigen eine bundesweit einheitliche Harmonisierung der Anforderungen an z.B. die Identitätsprüfungen. Jede Aufsichtsbehörde hat ihr eigenes Vorgehen. Dies fördert, je nach Bundesland, eine Inländerdiskriminierung und hemmt jetzt schon deutlich zukünftig mögliche Innovationen bei Extrakten und anderen Arzneiformen.

Die Entlastung der Arbeitsprozesse soll nicht zulasten der Qualität gehen, aber wir möchten eine Einheitlichkeit bei den Anforderungen auf Bundesebene zu erreichen.

Wir stehen an dieser Stelle gerne für Gespräche und Diskussionen zur Verfügung.

Ansprechpartnerin:
Apothekerin Astrid Staffeldt, Mitglied des Vorstandes des VCA
Verband der Cannabis versorgenden Apotheken e.V. – VCA
Albrechtstrasse 13
10117 Berlin
Telefon: 030-84712268-90
E-Mail: berlin@vca-deutschland.de

Weitere Unterstützung für den VCA

Der VCA erhält weitere Unterstützung in Form von vier neuen Fördermitgliedern: Tilray Deutschland GmbH mit Hauptsitz in Berlin gehört zu den führenden Unternehmen im Bereich der Herstellung und Erforschung von medizinischem Cannabis. Als GMP-zertifizierter Hersteller von medizinischem Cannabis beliefert das Unternehmen Tausende von Patienten, Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern, Behörden und Forschern in Kanada, der Europäischen Union, Australien und Lateinamerika.

Die CanPharma GmbH beliefert Apotheken mit hochwertigen medizinischen Cannabis-Produkten und konzentriert sich auf die vollständige Erforschung der Pflanze und ihrer Vorteile. Außerdem hat das Unternehmen in Portugal eine Anbaulizenz beantragt. Darüber hinaus ist es ein erklärtes Ziel, Patienten, Ärzte und Apotheken über den professionellen Umgang mit medizinischem Cannabis aufzuklären.

Beacon Medical Germany GmbH ist ein junges pharmazeutisches Unternehmen mit Sitz in Schönefeld bei Berlin und die deutsche Tochtergesellschaft der kanadischen VIVO Cannabis Inc. Die börsennotierte VIVO Cannabis Inc. ist ein Unternehmen mit Tochtergesellschaften, die im Anbau, der Produktion und der Vermarktung von Cannabis tätig sind.

Die LC MED AG hat es sich zum Ziel gesetzt den Weg für eine bezahlbare Cannabistherapie schwer erkrankter Menschen aktiv mitzugestalten und bietet Medikamente auf Basis von Cannabis und Cannabis-Extrakten an. Das Unternehmen strebt an, bestehende Versorgungs- und Wissenslücke von Cannabinoiden als Arzneimittel zum Wohle betroffener Patienten zu schließen.

Apotheker-CME: Cannabis Versorgung von Patienten in der Apotheke

Welche notwendigen Voraussetzungen braucht es für eine erfolgreiche Cannabis-Versorgung in Ihrer Apotheke? Wie machen Sie sich und Ihre Mitarbeiter für die Beratung fit? Zum Start in die pharmazeutische Cannabis-Versorgung bedarf es bestimmter räumlicher und personeller Voraussetzungen. Mit dem richtigen Praxis-Wissen ist das Handling der Cannabis-Arzneimittel schnell und sicher umsetzbar.

Unter dem Titel “Cannabis Versorgung von Patienten in der Apotheke” wird VCA-Vorstandsmitglied Johannes Ertelt diese und weitere Fragen für Sie in einem Live-Webinar beantworten. Das Webinar findet am 20. Februar 2020 von 19.00 bis 20.00 Uhr statt.

Hier können Sie sich kostenlos anmelden.

VCA und BDCan kooperieren

Der Verband der Cannabis versorgenden Apotheken (VCA) und der Bund Deutscher Cannabis-Patienten (BDCan) e.V. haben beschlossen, enger zusammenzuarbeiten. So übernimmt der BDCan e.V. ab sofort die Funktion eines Patientenbeirates innerhalb der VCA-Strukturen.

Der Bund Deutscher Cannabis-Patienten e.V. wurde als Interessenvertretung für Menschen, die Nutzen aus einer Therapie mit Cannabis-Arzneimitteln ziehen können, gegründet. Er unterstützt Patienten mit schwerwiegenden Diagnosen auf ihrem Weg zur Cannabis-Therapie.

Leider ist die allgemeine Informationslage bei Patienten, Ärzten und Krankenkassen noch dürftig. Zudem macht das negative Image des Freizeitkonsums von Cannabis vielen am Gesundheitssystem Beteiligten ein Umdenken von der Droge zum Medikament sehr schwer. Die Mitglieder des BDCan arbeiten ehrenamtlich daran, die derzeitige Situation aktiv im Sinne der Patienten zu verbessern und freuen sich sehr über die Unterstützung des Verbandes der Cannabis versorgenden Apotheken.

VCA hat fünf neue Fördermitglieder

Der VCA begrüßt weitere fünf Fördermitglieder: Die Firma Cansativa GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main und Mörfelden-Walldorf ist ein 2017 gegründetes GMP- und GDP-zertifiziertes Unternehmen mit der Erlaubnis zur Herstellung, Einfuhr und Handel von Arzneimitteln sowie der Berechtigung zur Teilnahme am BtM-Verkehr. Das Unternehmen und seine Tochterunternehmen setzen sich zum Ziel, den Markt für Medizinalcannabis weiter zu professionalisieren.

Das Unternehmen Drapalin Pharmaceuticals GmbH aus München legt Wert auf offenen Austausch zwischen Ärzten und Apothekern im Hinblick auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten. Mit Unterstützung eines medizinischen Expertennetzwerks werden die Produkte weiterentwickelt, um die Lebensqualität der Patientinnen- und Patienten zu steigern.

Die Four 20 Pharma GmbH ist ein Importeur und Großhändler für medizinisches Cannabis und medizinische Geräte mit Sitz in Paderborn.

Das in Köln ansässige Start-up-Unternehmen GECA Pharma GmbH hat sich auf die Einfuhr von niederländischen Cannabisblüten der Sorten Bedrocan und Bedrobinol, sowie die granulierten Cannabisprodukte Bedica und Bediol spezialisiert.

Die Sanity Group zu der auch Sanatio Pharma gehört hat ihren Sitz in Berlin und importiert und vertreibt Medizinalcannabis.

VCA Meet & Greet auf der epxopharm 2019

Die Mitglieder und Interessenten haben sich am vergangenen Freitagnachmittag auf der Messe in Düsseldorf getroffen und intensiv ausgetauscht. Der VCA-Vorsitzende Markus Fischer machte erneut deutlich, dass es sich beim Medizinalcannabis um ein völlig neues pharmazeutisches Produkt handle, was alle Beteiligten gleichermaßen fordere: Die Patienten, die verschreibenden Ärzte, die Hersteller, die versorgenden Apotheker, die Wissenschaft, die Kostenträger im Gesundheitswesen und insbesondere die Politik.

Die erfreulich große Teilnehmerzahl zeugte vom ebenso großen Interesse am Thema und davon, dass der VCA eine wichtige Schnittstelle in diesem Netz der Beteiligten besetzt. Eine Reihe von Maßnahmen sind besprochen und sollen bei einer ordentlichen Mitgliederversammlung im November in Frankfurt vertieft, beschlossen und dann umgesetzt werden. Schlagworte hierbei sind: Prüfverfahren, Studienlage, Fortbildungsveranstaltungen und nicht zuletzt die Frage einer nachhaltigen Preisgestaltung.

VCA Mitglieder als Referenten auf der expopharm

Sowohl der VCA Vorstand mit Markus Fischer und Astrid Staffeldt als auch Gründungsmitglied Florian Heimann werden auf der expopharm in Düsseldorf als Referenten auftreten. Die Apotheker werden in ihren Beiträgen Erfahrungen aus der Betreuung von Cannabis-Patient*innen teilen und die Ziele des VCA präsentieren. So soll dargestellt werden, wie Apotheken durch individuelle Betreuung einen konkreten Beitrag zum Therapieerfolg leisten können. Gleichzeitig soll aufgezeigt werden, wie die Zielsetzungen der beteiligten Akteure im Cannabis-Sektor durch die pharmazeutischen Kompetenz der Apotheker*innen kanalisiert werden können, um ein bezahlbares, starkes und effizientes Arzneimittel in Deutschland aufzubauen.

Hier geht es zu den einzelnen Beiträgen:

Cannabisapotheker – Spagat zwischen Marktwirtschaft und Apothekerkompetenz, Markus Fischer

Pharmazeutische Betreuung von Cannabispatienten: Fallspezifische Insights aus der Patientenbetreuung, Astrid Staffeldt

Aufbau von Beratungskompetenz in der Versorgung von Cannabispatienten – die wichtigsten Patientenfragen und -probleme in der Praxis, Florian Heimann

VCA Förderpartner Nimbus Health GmbH im Handelsblatt

Prominente Plattform für das junge Unternehmen Nimbus Health GmbH und dessen Gründer Linus Maximilian Weber: In einem Artikel des Handelsblatts werden die Ziele des Unternehmens kurz vorgestellt. So wird beispielsweise eine enge Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des VCA angestrebt.

Seit Juli diesen Jahres unterstützt Nimbus Health GmbH den VCA als Fördermitglied. Neuigkeiten der engagierten Jungunternehmer finden Sie unter anderem auf LinkedIn.

VCA präsentiert sich auf der EXPOPHARM in Düsseldorf

Der noch junge Verband hat die Möglichkeit bekommen, sich mit einem eigenen Stand auf der Ende September in Düsseldorf stattfindenden expopharm (25.-28.09.) zu präsentieren.

Der Stand befindet sich in Halle 3 und hat die Nummer F33. Es werden die Mitglieder vor Ort sein und einige Vorstands- und Verbandsmitglieder geben Workshops, halten Vorträge oder sind bei Podiumsdiskussionen dabei. Interessenten für eine Mitgliedschaft können am Stand Gespräche führen. Am Freitag ist zudem eine Mitgliederzusammenkunft geplant, wo diskutiert wird und weitere strategische Entscheidungen getroffen werden sollen.

Import, Produktion und Verschreibung von Cannabis als Medizin

Dr. Kirsten Kappert-Gonther, drogenpolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion und Mitglied im Gesundheitsausschuss, hat die Antwort auf ihre schriftliche Anfrage an die Bundesregierung bezüglich der für Patienten zur Verfügung stehenden Menge von Medizinal-Cannabis veröffentlicht. In der Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Sabine Weiss, heisst es u.a., dass im 1. Halbjahr 2019 insgesamt 2,498 Tonnen Cannabis-Blüten zur direkten Patientenversorgung importiert wurden.

Die Cannabisagentur hat im April die ersten Lose für eine Produktion von 7,2 Tonnen in den nächsten vier Jahren freigegeben. Lt. GKV-Spitzenverband wurden im ersten Quartal 2019 bereits knapp 60.000 Verordnungen für Cannabis als Medizin ausgestellt. Das Branchenportel Leafly hat recherchiert, dass es im Vorjahreszeitraum lediglich 35.000 waren. Hier liegt also eine enorme Steigerung vor.

Vor dem Hintergrund der bisher importierten Mengen, der in Deutschland geplanten Produktionsmengen und dem Anstieg der Verschreibungen verweist MdB Kappert-Gonther auf eine Fehleinschätzung seitens der Cannabisagentur hinsichtlich des tatsächlichen Bedarfs an Medizinal-Cannabis.

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