Podcast "Das VCA Hanfgespräch"

Dr. Christiane Neubaur
Dr. Christiane Neubaur

Interviews mit Patient:innen, Ärzt:innen und Apotheker:innen zum Thema Cannabis in der Medizin.

Ich bin Apothekerin und Geschäftsführerin des Verbandes der Cannabis versorgenden Apotheken.

In diesem Podcast sollen vor allem Patient:innen eine Stimme bekommen und von ihren Therapieerfahrungen mit medizinischem Cannabis berichten.

Zusätzlich sollen hier die Erfahrungen von Ärzt:innen und Apotheker:innen mit einfließen. Vor welchen Herausforderungen stehen sie?

Cover Folge10

FOLGE 10 – Minyi: Bouchard-Arthrose im Fingergelenk

Sind Patienten Kiffer auf Rezept?´

Für diese Recherche habe ich heute mal wieder einen besonderen Gast.
Sie heißt Minyi und leidet aufgrund ihrer Fingerarthrose unter chronischen Schmerzen. Minyi ist noch sehr jung, als ohne ersichtlichen Grund ihr Zeigefinger im November 2012 am Mittelgelenk begann anzuschwellen. Da war sie gerade einmal 18. Nach einer Woche wurde es richtig schlimm. Minyi konnte ihren Finger nicht mehr bewegen. Ab da begann ein Arztmarathon auf der Suche nach der richtigen Diagnose. Unterschiedlichste Therapieversuche und eine Operation hatten bis dahin nichts gebracht. Im Oktober 2013 suchte sie einen weiteren Rheumatologen auf, der ein Röntgenbild erstellte. Nachdem bisherige MRT- und Ultraschallaufnahmen unauffällig waren, sieht man nun Knorpeldefekte und einen verengten Gelenkspalt. Die ursprünglich akute Entzündung entwickelte sich zu einer chronischen Arthrose. Eine Operation zum Einsatz eines Kunstgelenks kam für Minyi nicht in Frage. Dank der Therapie mit Medizinalcannabis konnte sie ihr Pharmazie-Studium schaffen und steht jetzt vor dem Staatsexamen. Bald wird Minyi als Apothekerin arbeiten. Wie sie zu der Therapie mit Cannabis kam, wie sie starke Opiate absetzen konnte und was sie sonst noch so macht erfahren Sie in diesem Podcast.

Auch in diesem Gespräch stelle ich mal wieder fest: Patienten sind keine Kiffer auf Rezept!
Natürlich habe ich in der nächsten Folge wie immer wieder einen interessanten Gast!
In diesem Sinne, bleiben Sie neugierig!

Mein Dank geht an Avextra, die mir den technischen Support des Podcasts ermöglichen.

Zu Ihrem Studium engagiert sich Minyi auch noch wissenschaftlich journalistisch bei den Kalapa-Kliniken. Die Links auch zu Copeia und dem BDCan finden Sie hier:
https://www.kalapa-clinic.com/de/author/minyi/
https://copeia.de/cannabisantrag
https://bdcan.de

Der Podcast erscheint wie gewohnt auf Spotify, Apple Podcasts und der Website des VCA.

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Cover Folge9

FOLGE 9 – Hagbard: Autismus, ADHS, Phobie

Auch in dieser Folge gehe ich wieder der Frage nach: Sind Patienten Kiffer auf Rezept?

Für meine Recherche habe ich wieder einen besonderen Gast. Er heißt Hagbard und er hat gleich mehrere Diagnosen. Hagbard ist 34 Jahre alt, er ist verheiratet, beschäftigt sich gerne mit seinem Garten. Wobei er sagt, er plant gerne alles, wühlt aber nicht so gerne in der Erde. Diese Arbeit überlässt er seiner Frau, die den grünen Daumen hat und mit Leidenschaft den Garten gestaltet. Er ist Sozialarbeiter und macht gerade ein duales Studium. Seine Bachelor-Arbeit hat er abgegeben und ist schon gespannt auf das Ergebnis.

Nun aber zurück zu Hagbards Diagnosen: Hagbard leidet unter ADHS, atypischem Autismus und einer spezifischen isolierten Phobie. Hieran kann man bereits erkennen: Hagbard hat schwere chronische Erkrankungen.

Dank der Therapie mit Medizinalcannabis kann er am Leben vollumfänglich teilnehmen, arbeiten und studieren. Zusätzlich arbeitet er an der Hochschule Merseburg an einer Datenbank für Cannabis als Medizin. Dieses Projekt wird geleitet von Prof. Dr. Gundula Barsch. Sie sagt, dass davon ausgegangen werden kann, dass ein informelles Wissen durch die Erfahrungsberichte von Patienten vorhanden ist. Diese Erfahrungsberichte können darauf hindeuten, welche pharmakologischen Varietäten von Cannabis sich für bestimmte Symptome und Erkrankungen eignen und welche eher nicht. An dieser Forschungsdatenbank können Patienten mit ihren Erfahrungen mitwirken. Ich werde den Link hierzu in die Shownotes stellen.

Was ist noch zu Hagbard zu sagen? Das Leben ist wieder lebenswert für ihn geworden dank der Therapie mit Medizinalcannabis.

Also auch in diesem Gespräch stelle ich mal wieder fest: Patienten sind keine Kiffer auf Rezept!

Indica Fragebogen Uni Merseburg: https://survey.hs-merseburg.de/index.php/975494?lang=de
Patientenorganisation: https://bdcan.de

Mein Dank geht an Avextra, die mir den technischen Support des Podcasts ermöglichen.

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Cover Folge8

FOLGE 8 – DEMECAN: Der deutsche Anbau

Auch in dieser Folge gehe ich mal wieder der Frage nach: Sind Patienten Kiffer auf Rezept?

Für meine Recherche habe ich mal wieder einen besonderen Gast. Allerdings ist es diesmal kein Patient. Er ist der Geschäftsführer bei DEMECAN. DEMECAN steht für deutsches Medizinal-Cannabis. Es geht um den deutschen Hanfanbau und wie es dazu kam. Ein wirklich spannendes Thema mit Einblicken in den Ablauf, die Ausschreibung und welche Voraussetzungen erfüllt werden mussten, um sich als Kandidat zu qualifizieren. Wohlgemerkt, es geht hier um Medizinalcannabis!

Fakt ist: DEMECAN baut in einem speziell umgebauten Schlachthof in Ebersbach bei Dresden an. Es gibt dort Hightech-Laborbedingungen. Alles streng gesichert hinter 24 cm Beton und seit 2021 wachsen dort Cannabis-Blüten für die medizinische Anwendung. Rein kommt nur, wer sich mehrfach desinfiziert und sich in Schutzkleidung hüllt. Zusätzlich bekommt man eine Haube, unter der alle Haare versteckt werden müssen und einen Mund-Nasen-Schutz. Also alles komplett anders als in normalen Gewächshäusern, was klar ist, denn es werden ja Arzneimittel hergestellt. Die Gefahr wäre sonst viel zu groß, dass Keime von draußen eingeschleppt werden, welche die Ernte zunichtemachen würden.

Und deshalb stelle ich mal wieder fest: Patient:innen, die auf Cannabis als Medizin angewiesen sind, weil sie eine schwere Erkrankung haben, SIND KEINE KIFFER AUF REZEPT! Übrigens, in der nächsten Folge werde ich mich wieder mit einem Patienten unterhalten. Verpassen Sie also auch diese Folge nicht, wie immer alle 2 Wochen!

Vielen Dank Avextra für das Sponsoring! Es ist wirklich eine große Hilfe, dass die Profis von Audiocolap meinen Podcast schneiden und bearbeiten.

Der Podcast erscheint wie gewohnt auf Spotify, Apple Podcasts und der Website des VCA.

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Cover Folge7

FOLGE 7 – Florian: Thema ADHS

Auch in dieser Folge gehe ich der Frage nach: Sind Patienten Kiffer auf Rezept?

Für diese Recherche habe ich heute wieder einen besonderen Gast. Er heißt Florian und er hat ADHS. Er behandelt seine Erkrankung seit April 2019 mit Medizinal-Cannabis und das seit nun mehr als 3 Jahren mit großem Erfolg, wie er sagt. Ich habe schon in Folge 6 des Podcasts ADHS kurz angesprochen. Wer die Folge noch nicht gehört hat sollte sich dieses interessante Gespräch mit Marco anhören. In der Folge geht es um die chronische Darmerkrankung Morbus Crohn.

ADHS ist die häufigste psychiatrische Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Zwei bis sechs Prozent aller Kinder in Deutschland leiden daran – Jungen deutlich häufiger als Mädchen. Lange dachte man, ADHS sei eine Art „Kinderkrankheit“ und wächst sich aus. Tatsächlich aber leiden auch viele Erwachsene daran, denn nur bei einem Teil der Kinder verschwinden die Symptome mit dem Älterwerden. Rund 60 Prozent haben ein Leben lang mit der Krankheit und ihren Auswirkungen zu kämpfen.

Unbehandelt kann ADHS lebenslange Folgen haben: Viele Betroffene scheitern bereits am Schulabschluss und haben Schwierigkeiten, eine Arbeit zu finden. Doch ADHS hat nicht nur negative Seiten: Manche Betroffene sind ausgesprochen kreativ und strotzen vor Energie. Gelingt es, diese positiven Eigenschaften in die richtigen Bahnen zu lenken, können Menschen mit ADHS sehr erfolgreich im Beruf – insbesondere in kreativen Bereichen – sein. Problematisch ist, dass ADHS im Erwachsenenalter häufig nicht erkannt wird. Die Symptome bestehen dann schon so lange, dass sie als Teil der Persönlichkeit wahrgenommen werden.

Dank der Behandlung mit Medizinal-Cannabis kann Florian wieder für seine Familie da sein. Außerdem setzt er sich leidenschaftlich für andere Patientinnen und Patienten mit ADHS ein. Er hilft ihnen bei der Antragsstellung, denn diese Anträge müssen richtig formuliert sein, damit die Krankenkasse bereit ist, die Behandlungskosten mit Medizinal-Cannabis zu übernehmen.

Auch in dieser Folge werde ich feststellen: Patienten sind keine Kiffer auf Rezept!

Ganz besonders möchte ich mich bei Avextra Pharma bedanken. Es ist ein biopharmazeutisches Unternehmen für medizinische Cannabis-Produkte. Das Unternehmen ermöglicht mir einen professionellen technischen Support. Also endlich keine Heimarbeit mehr beim Schneiden des Podcasts.

E-Mail-Adresse von Florian: kontakt@420help.de

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Cover Folge6

FOLGE 6 – Marco: Thema Morbus Crohn

Auch in dieser Folge gehe ich wieder der Frage nach: Sind Patient:innen Kiffer auf Rezept?

Heute spreche ich mit Marco und es geht um Morbus Crohn. Er hatte schon als Jugendlicher starke Symptome, die er jedoch nie ernst nahm und verdrängt hat. Es kam dann zu massiven Erschöpfungszuständen und Mangelernährung. Nach einem Zusammenbruch hat Marco dann endlich einen Arzt aufgesucht. Während der Studienzeit kam er immer mal wieder in Kontakt mit Cannabis. Klar, wer nicht… Der eine oder die andere kommt ja schon in der Schulzeit in Kontakt mit Cannabis. 2013 bemerkte er dann die therapeutische Wirkung von Cannabis ganz bewusst. Es half ihm schnell bei Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen.

Marco sagt, dass der Erfolg so überwältigend war, dass er kurzerhand von seiner Frau das OK bekam, für ca. eine Woche einen „Reha-Aufenthalt“ in den Niederlanden zu machen. So begann dann seine Odyssee mit der Suche nach einem Arzt, einer Apotheke und der steinige Weg bis zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

Dank der Therapie mit Medizinal-Cannabis kann Marco sich um seine Familie kümmern und sogar wieder arbeiten. Er geht übrigens ganz offen mit dieser Therapieform um und hat seinen Arbeitgeber sofort informiert. Als wenn diese schwere chronische Darmerkrankung nicht schon genug wäre: Marco leidet auch noch unter ADHS, was erst viel später festgestellt wurde. Aber auch diese Erkrankung hat er gut im Griff Dank Cannabis. Ein sehr hörenswerte Geschichte.

Geben Sie Patient:innen Ihr Ohr, ich gebe ihnen eine Stimme. Bleiben Sie neugierig!

Vielen Dank an die Avextra Pharma GmbH, die mir den professionellen technischen Support ermöglicht hat.

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Cover Folge5

FOLGE 5 – Rüdiger: Sind Patient:innen Kiffer auf Rezept?

Haben Sie schon einmal etwas vom Clusterkopfschmerz gehört?
Jede Clusterkopfschmerzattacke gleicht einer unerträglich qualvollen Folter. Von der Schläfe über den Sehnerv bis zu den Zahnwurzeln breitet sich der Schmerz auf einer Kopfseite in Wellen aus.

Mit 20 Jahren erlitt Rüdiger seine erste Clusterkopfschmerzattacke, das war vor 25 Jahren. Er glaubte er müsste sterben. Ohne Vorwarnung überfallen ihn die Clusterkopfschmerzen und erreichen ohne eine wirksame Medikation binnen drei Minuten ihre Schmerzspitze, so intensiv, dass man sich wünscht zu sterben, damit diese Qual endlich ein Ende findet.
Erst mit der Cannabis-Therapie konnten die Clusterkopfschmerzattacken in Dauer, Intensität und Wiederholung auf ein schmerzerträgliches Maß gesenkt werden. Rüdiger therapiert sowohl mit Extrakten als auch inhalativ mit Blüten. Er konnte alle anderen Medikamente absetzen und er kann trotz dieser chronischen Erkrankung arbeiten. Zu dem Thema Evidenz, der von den Krankenkassen immer wieder gefordert wird, damit die Kosten übernommen werden, sagt er: „Sind erfolgreich therapierte Patienten nicht genug Evidenz?!“

Patient:innen müssen gesehen werden und ihre Stimme erheben, damit diese Therapieform weiterhin in der Forschung gefördert wird, von Ärzt:innen verschrieben wird und von den Krankenkassen bezahlt wird. Dieser Podcast gibt Patient:innen eine Stimme. Bleiben Sie neugierig!

Für das Sponsoring des technischen Supports möchte ich mich bei der Eurox Group AG bedanken!

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Cover Special Selbstgespräch

FOLGE 4 – Special: Selbstgespräch

In diesem Special räume ich mit 2 Vorurteilen auf:
1. Cannabis kommt aus der Drogen- und Kiffer-Szene und
2. Reggae Musik ist doch Kiffer-Musik!

Der anderen Frage, ob Patient:innen nur Kiffer auf Rezept sind, werde ich wieder mit dem nächsten Gast in Folge 5 nachgehen. Also dranbleiben!

Diese Folge gibt Einblicke in die spannende Geschichte des Hanf und warum er plötzlich, obwohl er so erfolgreich war, verbannt wurde. Nicht nur das, er wurde auch zu einer der schlimmsten Drogen erklärt! Das ist tatsächlich eine Story von Machenschaften reicher und profilierungssüchtiger Männer, die im Hintergrund für die Diskreditierung von Cannabis sorgten. Mit eingeschlossen in die Anti-Cannabis-Kampagne wurde auch der Nutzhanf. Warum?? Das erfahren Sie hier. Danach räume ich mal kurz mit dem Vorurteil auf, dass Reggae Kiffer-Musik ist. Also ich mag Reggae und kiffe nicht…aber hören Sie einfach rein, dann wissen Sie auch mehr über die Ursprünge von Reggae. Bleiben Sie neugierig!

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Cover Folge3

FOLGE 3 – Christian: Sind Patient:innen Kiffer auf Rezept?

Dieser Frage gehe ich auch in der 3. Folge des VCA Hanf Gespräches nach.

Ich habe mich mit Christian unterhalten, der an MS, also Multipler Sklerose leidet.
MS ist eine Autoimmunerkrankung, bei der unser körpereigenes Immunsystem unsere Nervenfasern und Nervenzellen angreift und schädigt. Dadurch kommt es zu einer gestörten Reizweiterleitung von Nerv zu Nerv. Die Symptome sind gerade zu Beginn der Erkrankung sehr vielschichtig. Manche bemerken Sensibilitätsstörungen, so als ob Teile des Körpers „einschlafen“ oder Ameisen kribbelnd über die Haut laufen. Etwa jede:r Dritte berichtet von Sehstörungen. Bei manchen fällt ein Teil des Sehfeldes aus, andere sehen doppelt oder verschwommen. Dann folgen Störungen der Koordination und spastische Lähmungen als weitere typische Symptome. Viele fühlen sich auch matt, sind schneller müde als sonst und können sich nicht so gut konzentrieren.

Christian wird uns die Geschichte seiner Erkrankung erzählen. Er wird mit Cannabis therapiert und kann dank unterschiedlicher Therapiesäulen, die er gemeinsam mit seinem Arzt zusammengestellt hat, wieder arbeiten. „Man muss sich seinen Arzt zum Verbündeten machen“, sagt Christian. Trotz seiner schweren Erkrankung engagiert sich Christian zusätzlich für andere Cannabis-Patienten. Er unterstützt sie bei der Antragstellung und begleitet die Patienten bei allen Schritten bis zur Kostenübernahme. Zusätzlich führt er viele Gespräche mit ihnen und ist ihnen somit eine große Stütze.

Medizinal-Cannabis ist kein Wunderheilmittel, aber es kann bei vielen chronischen Erkrankungen als zusätzliche Therapieform helfen und das Leben wieder lebenswerter machen.

Dieses Gespräch macht es deutlich: PATIENTEN SIND KEINE KIFFER AUF REZEPT!
Bleiben Sie neugierig!

Bund Deutscher Cannabis-Patienten e.V. (BDCan)
Die Hanfapotheke

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Cover Folge 2

FOLGE 2 – Jörg: Sind Patient:innen Kiffer auf Rezept?

Dieser Frage gehe ich auch in der 2. Folge des VCA Hanf Gespräches nach.

Heute spreche ich mit Jörg. Er leidet seit über 12 Jahren unter schwersten Depression. Es kamen dann noch unerträgliche Schmerzen hinzu, die seinen ganzen Körper erfassten. Die Verbindung von Seele und Körper wird dabei mehr als deutlich. Er kam morgens nicht mehr aus dem Bett, er konnte kaum die Treppe runtergehen. Jörg sagt „das ganze Leben war sehr, sehr mühsam“. 12 Jahre lang hat er sämtliche Therapien durchlaufen, nahm sämtliche Medikamente, die für die Depressionen und die Schmerzen zur Verfügung standen – nichts half. Sogar eine Elektrokrampftherapie* wurde bei Jörg versucht, aber auch die führte zu keiner Besserung. Er hat aber nie aufgegeben und immer daran geglaubt, dass er etwas finden wird, was ihm hilft.

Da stieß er im Internet auf die Therapie mit Medizinal-Cannabis. Er fing an sich intensiv mit diesem Thema zu beschäftigen. Unterstützung fand er durch Christian, der selbst Cannabis-Patient ist. Jörg hatte vor seiner Therapie noch nie Kontakt zu Cannabis gehabt. Nach seiner intensiven Recherche zum Thema Cannabis als Medizin hat er diese Therapieform als seine letzte Chance gesehen. Jörg sagt “ als ich mich 2017 mit Medizinal-Cannabis beschäftigt habe, hat es irgendwie Klick gemacht, es fühlte sich gut an“. Gut vorbereitet und mit Unterlagen im Gepäck ging er zu seinem Hausarzt. Dieser kannte natürlich den langen Leidensweg von Jörg und stand der Therapie mit Cannabis offen gegenüber. „Klar, machen wir“ sagte er. Sein Psychiater stand der Sache erst einmal skeptisch gegenüber. Nachdem der allerdings gesehen hat, dass Jörg unter der Therapie mit Cannabis alle weiteren Medikamente absetzen konnte, war er sehr überrascht und öffnete sich daraufhin auch gegenüber dieser Therapieform.

Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse wurde erst abgelehnt. Trotzdem hat Jörg weitergekämpft, bis es dann schließlich zu der Kostenübernahme kam. „Dank der Therapie mit Cannabis bin ich viel agiler geworden, ich kann wieder am Leben teilnehmen und Lebensfreude empfinden“. „Ich kann mich wieder selber spüren“.

Dieses Gespräch hat wieder gezeigt: Patient:innen sind KEINE KIFFER AUF REZEPT!
Jörg sieht Chancen in der Legalisierung, aber es birgt auch Gefahren für Patient:innen…Bleiben Sie neugierig und hören Sie rein!

*Die Elektrokrampftherapie (EKT) ist eine Behandlung, die in der Regel nur bei Patienten mit schwerer oder chronischer Depression eingesetzt wird, falls medikamentöse und psychotherapeutische Behandlungen nicht ausreichend wirken. Sie gilt als mit Abstand wirksamstes Therapieverfahren bei wahnhaften und therapieresistenten Depressionen.

https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/behandlung/weitere-antidepressive-behandlungen

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Cover Folge1

FOLGE 1 – Daniela: Sind Patient:innen Kiffer auf Rezept?

Dieser Frage gehe ich in meinen Gesprächen mit Patienten nach.

Heute spreche ich mit Daniela. Sie hatte 2013 eine Krebserkrankung und litt unter einem Tumor in der Nasennebenhöhle. Als Folge dieser Erkrankung und der Krebstherapie litt sie unter starken Schmerzen und Migräne. Gegen die chronischen Schmerzen musste sie so viele Schmerzmittel einnehmen, dass Sie zusätzlich einen Schmerzmittel induzierten Schmerz bekam. Dieser kann entstehen, wenn man über lange Zeiträume hohe Schmerzmittelkonzentrationen zu sich nehmen muss.

Durch ihren Lebensgefährten kam sie auf Cannabis als Medizin. Bis zu diesem Zeitpunkt kannte sie Cannabis nur als Droge, die man sich auf dem Schwarzmarkt organisiert. Sie informierte sich über Medizinal-Cannabis und hoffte, dass diese Therapieform ihr helfen könnte. Durch einen Tipp ihrer Apothekerin fand sie Hilfe in der Schmerzambulanz der medizinischen Hochschule Hannover. Sie sagt: „Der Vorteil meiner schweren Krebserkrankung und den Folgen der Erkrankung war, dass mein Kostenübernahmeantrag bei der Krankenkasse sofort genehmigt wurde.“

In der Legalisierung von Cannabis sieht sie Gefahren für die Kostenübernahme von Blüten. „Ich habe Angst, dass ich irgendwann meine medizinisch verordneten Blüten im Lizenzshop holen muss.“
Dieses Gespräch zeigt: Patienten sind KEINE KIFFER AUF REZEPT!

Bund Deutscher Cannabis-Patienten e.V. (BDCan)

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Cover Trailer

Trailer: Kiffen auf Rezept … das ist doch super!

Dieser Podcast beschäftigt sich mit dem Thema Medizinal-Cannabis und gibt Patient:innen eine Stimme.

Alle zwei Wochen gibt es ein neues Interview mit Betroffenen. Aber auch Ärzt:innen sollen hier zu Wort kommen, genauso wie Apotheken.

Cannabis ist kein Wundermittel, aber es kann für schwerkranke Patient:innen die letzte Rettung sein.

Hier erfahren Sie alles über die langen Leidenswege und die Geschichte der Patient:innen. Durch die Therapie mit Cannabis wird die Lebensqualität maßgeblich verbessert und das Leben wieder lebenswert. Trotzdem kommt es immer wieder zu Stigmatisierungen: Bleiben Sie neugierig! Ihre Dr. Christiane Neubaur.

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